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‍Der ‍Maurenbrecher ‍Hof



‍- ‍Ende ‍des ‍17. ‍Jahrhunderts ‍erwirbt ‍der ‍Posthalter ‍und ‍Fuhrunternehmer ‍Johann ‍Maurenbrecher ‍aus ‍der ‍Zollstrasse ‍(„En ‍de ‍Canon“) ‍einen ‍Teil ‍des ‍Wormshofes.

‍- ‍1860 ‍kauft ‍Benedikt ‍Schmittmann ‍und ‍seine ‍Frau ‍Maria ‍Christina ‍Vossen ‍die ‍Hofgebäude ‍einschließlich ‍70 ‍Morgen ‍Ackerland.

‍- ‍1886 ‍übernimmt ‍August ‍Schmittmann ‍den ‍Hof ‍und ‍kauft ‍weitere ‍Teile ‍des ‍alten ‍Wormshofes ‍dazu. ‍Das ‍an ‍der ‍Straße ‍gelegene ‍hell ‍verputzte ‍traufständige ‍Wohnhaus ‍entstand ‍in ‍der ‍letzten ‍Hälfte ‍des ‍19. ‍Jahrhunderts ‍und ‍ist ‍der ‍einzig ‍erhalten ‍gebliebene ‍Teil ‍der ‍beiden ‍Höfe ‍und ‍wurde ‍1985 ‍aufwändig ‍renoviert.

‍- ‍1985 ‍Abriss ‍der ‍Wirtschaftsgebäude ‍mit ‍der ‍Verpflichtung, ‍die ‍alten ‍Feldbrandziegel ‍bei ‍der ‍Gestaltung ‍der ‍Außenwände ‍der ‍Neubauten ‍wieder ‍zu ‍verwenden.


‍Die ‍Neugestaltung

‍Viele ‍Nachbarn ‍erinnern ‍sich ‍noch ‍heute ‍an ‍den ‍einsamen ‍Mitarbeiter ‍der ‍Baufirma, ‍der ‍monatelang ‍mit ‍einem ‍Hammer ‍bewaffnet ‍die ‍alten ‍Steine ‍reinigt ‍und ‍sauber ‍zu ‍Stapeln ‍aufbaut. ‍Betrachtet ‍man ‍einige ‍mit ‍Industrieklinkern ‍verblendete ‍Häuser ‍im ‍Dorf, ‍erklärt ‍sich ‍dieser ‍Aufwand. ‍Außerdem ‍müssen ‍Dachneigung, ‍Trauf- ‍und ‍Firsthöhen ‍der ‍niedergelegten ‍Gebäude ‍exakt ‍übernommen ‍werden.

‍So ‍entstehen ‍17 ‍Alten- ‍und ‍Sozialwohnungen, ‍zum ‍großen ‍Teil ‍auf ‍den ‍Grundrissen ‍der ‍abgebrochenen ‍Scheune ‍und ‍Stallungen.

‍Heute ‍ist ‍der ‍Maurenbrecher ‍Hof ‍ein ‍lebhaftes ‍und ‍bei ‍Familien ‍beliebtes ‍Wohnquartier ‍im ‍Herzen ‍von ‍Niederkassel.

‍Beim ‍Abriss ‍der ‍Scheune ‍wird ‍ein ‍Schlussstein ‍des ‍Torbogens ‍mit ‍den ‍Initialen ‍„B.S.“ ‍und ‍„M.C.V.“ ‍(Benedikt ‍Schmittmann ‍und ‍Maria ‍Christina ‍Vossen) ‍sichergestellt ‍und ‍später ‍in ‍einen ‍auf ‍dem ‍Hof ‍aufgestellten ‍Brunnen ‍eingearbeitet

‍Die ‍Gestaltung ‍der ‍Hoffläche ‍als ‍mit ‍Buchshecken ‍gefasster ‍Bauerngarten, ‍durch ‍den ‍Kieswege ‍führen, ‍unterstreicht ‍den ‍dörflichen ‍Charakter ‍der ‍Anlage.

‍Auch ‍bei ‍der ‍Gestaltung ‍der ‍Giebel- ‍und ‍Wandflächen ‍werden ‍dezente ‍Schmuckelemente, ‍wie ‍sie ‍am ‍Niederrhein ‍häufig ‍zu ‍finden ‍sind, ‍verwendet. ‍(Stufenornamente ‍unterhalb ‍der ‍Ortgänge, ‍Gusseiserne ‍Balkenanker ‍u.s.w).


‍Dort, ‍wo ‍früher ‍die ‍Toreinfahrt ‍der ‍Scheune ‍war, ‍ziert ‍ein ‍so ‍genannter ‍Entlastungsbogen ‍den ‍Giebel, ‍und ‍Teile ‍eines ‍alten ‍Zauns ‍wurden ‍bei ‍der ‍Gestaltung ‍des ‍Eingangtores ‍wieder ‍verwendet.

‍Auch ‍die ‍stufige ‍Mauer ‍an ‍der ‍Strasse ‍Alt-Niederkassel ‍wurde ‍in ‍ihrer ‍alten ‍Form ‍wiedererstellt.

‍Die ‍Eindeckung ‍der ‍Dächer ‍mit ‍roten ‍Tonziegeln ‍stieß ‍bei ‍Bauaufsicht ‍und ‍Planungsamt ‍auf ‍heftigen ‍Widerstand. ‍Doch ‍ein ‍in ‍Mundart ‍verfasstes ‍Gedicht ‍von ‍Willy ‍Scheffer ‍und ‍ein ‍Gemälde ‍von ‍Ritzenhofen, ‍welche ‍Niederkassel ‍mit ‍seinen ‍roten ‍Dächern ‍beschreiben ‍und ‍darstellen, ‍sorgen ‍für ‍einen ‍Meinungswechsel.


‍Eine ‍Tiefgarage ‍mit ‍Zufahrt ‍vom ‍Kaiser-Friedrich-Ring ‍nimmt ‍die ‍Fahrzeuge ‍der ‍Bewohner ‍auf, ‍und ‍entlastet ‍gleichzeitig ‍den ‍Autoverkehr ‍in ‍Alt-Niederkassel.

1.10.2013 GE

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