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Wird das Linksrheinische verplant?

Eine beunruhigende Entwicklung findet im linksrheinischen Dusseldorf kein Ende: Immer mehr bezahlbarer Wohnraum wird vernichtet und weicht hochpreisigen Luxuswohnungen. Vor einigen Jahren waren dies intakte Wohnungen auf der Cimbernstraße, jetzt stehen weitere Wohnhäuser auf der Abrissliste:
•Belsenstraße
•Niederkasseler Lohweg/Hansaallee
•Quirinstraße
•Niederkasseler- und Oberkasseler Straße
Am Niederkasseler Lohweg/Am Kirschbaumwäldchen ist ein Gebäudekomplex mit 4-18 Geschossen geplant. An der Emmanuel-Leutze-Straße wird ohne Rücksicht auf die zu erwartenden Infrastrukturprobleme ein 35-geschossiges Wohnhaus mit 350 Kleinwohnungen geplant. Das ware wohl der Endpunkt einer verantwortungslosen Entwicklung; eine Wohnmaschine wie aus den sechziger Jahren. Peinlich ist zudem, dass es sich hier um ein Plagiat handelt.
(Das Original des Architekten Bertrand Goldberg, auch "Maiskolben" genannt, kann man in der Marina City in Chicago bewundern. Ein Plagiat steht schon in Augsburg.)
Immer wieder wird gültiges Baurecht zu Gunsten einer üppigen Neuplanung gebeugt. Es bedarf keiner Baurechtsbefreiung fur weitere Luxusimmobilien!
Bei Wohnungen beziehungsweise Grundstucken in stadtischem Besitz hat die Verwaltung die besondere Verpflichtung zur Erhaltung beziehungsweise Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Fur städtische Grundstücke sollten außerdem Architektenwettbewerbe ausgeschrieben werden; so kann man mit Vielfaltigkeit in der Gestaltung der Einfältigkeit der Investorenarchitektur Einhalt gebieten.
Aber die mittlerweile knappen Finanzmittel der Stadt fordern wohl den schnellen Verkauf zu hohem Preis.
Begonnen hat der Boom mit dem Verkauf des stadtischen Grundstücks an der Lanker Straße (Recycling-Hof) an einen Investor für Immobilien des gehobenen Segments. Weiter ging es mit den s.g. Heine-Gärten und dem
Belsenpark. In der Mercatorstraße wurde für eine Wohnanlage der gehobenen Klasse ein Teil der angrenzenden Parkanlage dem Investor überlassen.
In Heerdt wurden auf dem "Dominikus-Areal" zwar Wohnungen im preisgedampften Segment gebaut, diese dienen jedoch offensichtlich dem Schallschutz der dahinter liegenden "Townhouses".
Noch immer liegt für das Linksrheinische kein klares Konzept für die sich ergebenden Verkehrsprobleme vor. Eine Abstimmung mit den Nachbargemeinden ist weiterhin nicht in Aussicht. Die geplante Straßenbahntrasse der U 81, die von Neuss über eine Rheinquerung zur Messe führen soll, zeigt deutlich die Hilflosigkeit und überlässt den
Gemeinden Neuss und Meerbusch die Verteilung der Pendler aus dem Westen. Der Vodafonekomplex und das Belsenpark-Areal haben in der Planung des ÖPNV keine ausreichende Berücksichtigung gefunden.
Und weitere Fragen tun sich auf:
•Was geschieht beim alten Oberkasseler Schwimmbad?
•Steht die Feuerwehrwache zur Disposition?
•Was wird in Lörick geplant? Entlang der Löricker Straße wird bereits um die Grundstücke gerungen.
•Was wird auf dem ehemaligen Kirchengelände in Niederkassel geplant?
•Wird trotz immensem Leerstand noch mehr Gewerbe im Linksrheinischen angesiedelt?
•Wie verträgt sich der Büroneubau auf dem ehemaligen Rheinbahngelände an der Hansaallee mit geplanten 1.300 Arbeitsplätzen und nur ca. 350 Stellplatzen mit der jetzigen Verkehrssituation und wie das geplante Hotel auf der Gleisschleife.

Wir fordern eine sozialverträgliche Stadtplanung mit einem untereinander abgestimmten und ausgeglichenen Wohn-, Verkehrs- und Gewerbekonzept.
Und dazu müssen alle geplanten Baumaßnahmen einer sorgfaltigen Verträglichkeitsprüfung unterstellt werden.
Die Stadt muss jetzt signalisieren, ob sie gewillt ist, den Menschen die hier leben und arbeiten ausreichend Wohnmöglichkeiten zu bieten, oder ob der fortschreitenden Segregation weiter der Weg geebnet wird. Es kann nicht angehen, dass der Mittelstand gezwungenermaßen ins Umland abgedrängt wird.
Es geht um ein in die Zukunft weisendes Konzept; vordringliches Anliegen ist die Forderung eines ausgewogenen Wohnungsbaus. Stadtplanung darf nicht Investoren überlassen werden. Das linksrheinische Düsseldorf darf nicht weiter zum Tummelplatz ausschließlich gewinnorientierter Investoren werden.