Facebook

Die Architektur der linksrheinischen Stadteile ist sehr vielfältig und bedarf detaillierter Betrachtung:

Aktuelles:

Wird das Kulturzentrum privatisiert?

Wird die Bebauung 100% sozial?

Der Gebäudekatalog:

hier listen wir Bauwerke und Anlagen auf die in den Stadtteilen markante Punkte setzen.

Unsere Stellungnahmen:

Es lebe der Sozialismus - Merkwürdige Nostalgie in Oberkassel

18.01.2013 GE


Oberkassel, das kann man wohl behaupten, ist im tiefsten Herzen ein bürgerlich-konservativer Stadtteil. Um so erstaunlicher der Eindruck, das immer mehr hochpreisige Wohnanlagen entstehen, die an die Protzbauten der frühen sozialistischen DDR erinnern.

Wer jemals in Berlin die Karl-Marx- Allee / Frankfurter Tor besuchte, wird in Details und Anmutung an einige neu errichtete oder geplante Bauten in Oberkassel erinnert.

Z.B. an der Hansaallee, pardon in „Neu Oberkassel“ entsteht ein Wohnparadies, das wohljedem strammen SEDler die Freudentränen in die Augen treibt: Wachen vor der Einfahrt, eine geschlossene und von der Nachbarschaft hermetisch abgeriegelte Wohnanlage mit allen Wohlfühl-Errungenschaften wie in Wandlitz, selbstverständlich auch kamerabeäugt;

Erich wird im Jenseits seinen Augen nicht trauen!


Modelle  Düsseldorf, Markgrafenstrasse 2011           Düsseldorf, Lanker Strasse 2009


Historisierende „Residenzen“ werden gebaut, um sie dann gewinnträchtig verkaufen zu können. Dafür werden neuerdings intakte Wohnhäuser abgerissen und die Mieter vertrieben. Und die Politik schaut tatenlos zu, ja sie unterstützt diese Vorhaben sogar, indem sie dem Abriss zustimmt. Zur Zeit flüchten viele Anleger in das sog. „Betongold“.

Man kann sicher davon ausgehen, dass wir hier am Anfang einer unseligen Entwicklung

stehen.

Der VVV fordert, dass die Möglichkeiten, die der § 172 BauGB

(„Milieuschutz“) bietet, in die örtliche Satzung aufgenommen und strikt

zum Schutz der Mieter umgesetzt wird.

Bauprojekte im Linksrheinischen

14.07.2011 


Einige Kritikpunkte zur Historie und weiteren Aussicht von Bauprojekten im Linksrheinischen:


 1.      Erster Bauabschnitt des Belsenparks hinter dem Oberkasseler Bahnhof

 1.1.     Der Bebauungsplan ist auf Wunsch der VIVICO und der Rheinbahn von der Stadt Düsseldorf erstellt worden. Wir haben ihn von Anfang an kritisiert.

1.2.      In eine Bürgeranhörung, die rechtlich zur Genehmigung des B-Plans notwendig ist, wurden alle Einsprüche fast pauschal abgeschmettert. Ein offener Dialog mit den BürgerInnen wurde nie geführt.

1.3.    Erst nach berechtigten juristischen Auseinandersetzungen hat Frau Stoschek die Situation um ihr Museum verbessern können, indem die Vivico nicht so nah an ihr Haus heran bauen darf. Dafür darf sie in anderen Bereichen höher bauen.Aber aus welchem Grund besteht eigentlich ein Anspruch der Vivico auf Ausgleich der damit entgangenen Bauflächen? Die Planungshoheit liegt eigentlich bei der Stadt. Offensichtlich besteht seit Anfang an eine Zusage der Stadt an die VIVICO, die gewünschte Bebauung umsetzen zu dürfen.

1.4.    Da Bürogeschosse höher sind als Wohngeschosse, ist die tatsächliche Höhe der Gebäude nicht mit den umliegenden Wohngebäuden vergleichbar.

1.5.     Die durchschnittliche Lebenszeit der Gebäude liegt zudem bei 30 Jahren, dann sind sie spätestens veraltet.

1.6.    Gewerbliche Spekulationen gehören nicht in den Mittelpunkt eines alten Stadtkerns. Es handelt sich hier um eine Fehlplanung.

1.7.    Es entsteht hinter dem denkmalgeschützten Bahnhof und der den Bahnhof umgebenden Wohnhäuser eine nicht  angepasste und beliebige Büroarchitektur ähnlich der am Bilker Bahnhof. Die Fußgängerzone, die zuerst als „grüne“ Promenade versprochen wurde, wird nun ohne Bäume realisiert.


Erinnern wir uns: Schon nach einem Jahr sagte der Investor der "Düsseldorf Arkaden", dass er so etwas nicht mehr bauen würde. Heute hat er den Wohnungsbau, zu dem er vepflichtet war, abgesagt. Lernt denn die Politik nicht aus solchen Fehlplanungen? Müssen wir in Oberkassel über Jahre mit der fachlichen Inkompetenz unserer Stadtplaner leben?


2.      Rheinbahngelände

Die Entwicklung des Geländes, auf dem zur Zeit noch die Verwaltung der Rheinbahn steht, ist offensichtlich Geheimsache. Gründe dafür gibt es genug:

2.1.      Das Gelände hat einen hohen Wert, denn der ursprünglich exklusiv für die Rheinbahn sehr großzügig ausgelegte B-Plan, der eine bis zu 80-prozentige Bebauung des Grundstücks zulässt, gilt weiter. Und die Änderung eines B-Plans dauert lange!

2.2.      Das Schwimmbad Lanker Straße soll, statt an alter Stelle saniert zu werden, abgerissen und auf dem Rheinbahngrundstück neu gebaut werden. Das ruft natürlich die (Investoren-)Freunde der Stadt auf den Plan, da das alte, direkt am Park gelegene Grundstück höchste Renditen verspricht.

2.3.      Sollte das Bad im Rahmen der Neubebauung des Rheinbahngeländes durch einen Investor verlegt werden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass genau wie in den Bilker Arkaden ein billiges Bad mit hohen Unterhaltskosten entsteht, das die Stadt viel Geld kosten wird, und zwar über Jahre. Wie die Stadt es allerdings mit den Unterhaltskosten hält, können wir am verfallenden alten Stadtbad und am Löricker Freibad sehen, in die seit Jahren kaum Geld gesteckt wird.


3.      Wohnungsbau

Im Linksrheinischen und insbesondere in Ober- und Niederkassel wird alles getan, um den Bau von Luxuswohnungen zu unterstützen. Bezahlbarer Wohnraum wird fortlaufend vernichtet und durch hochpreisigen Wohnungsbau ersetzt.

3.1.      Wohnungssuchende mit geringem oder mittlerem Einkommen, kinderreiche und die alt eingesessene Bevölkerung werden systematisch verdrängt.

3.2.      Öffentliche Grundstücke werden für die Luxusprojekte veräußert. Städtische Grundstücke mit einem hohen Wert sollten nicht verkauft werden, sondern in unserem Besitz bleiben.

3.3.    Öffentliche Einrichtungen verschwinden ersatzlos oder werden durch Minderwertiges ersetzt ( Recyclinghof, Stadtbad )

3.4.    Bezahlbarer Wohnraum findet im Linksrheinischen nur noch an der Stadtgrenze mit mangelhafter ÖPNV-Anbindung statt (Heerdter Feld).

3.5.  Warum läuft Düsseldorf bei Baugruppenprojekten anderen Großstädten Deutschlands hinterher? Hier fand neulich ein vielversprechender Diskussionstag im Stadtzentrum statt. Auf welche Entwicklungsgebiete für solch zukunftsweisende Ideen wird gewartet, wenn nicht auf den Belsenpark? Warum werden die eigenen städtischen Werbeslogans über Familien- und Seniorenfreundlichkeit in der Stadtplanung so wenig gehört? Warum kämpft man nicht zumindest für deren Umsetzung? Liegt hier nicht eine Hauptaufgabe der Politik?

Bauvorhaben in der Kritik

Friday, 06 June 2008 20:37


Nach zahlreichen Anfragen besorgter Bürger beim VVV stellen wir wieder einmal fest, dass mit Stadtplanung und Architektur im Stadtbezirk 4 einiges im Argen liegt. Anhand einer Reihe von Beispielen wollen wir die Probleme deutlich machen. Umnutzungen und Neubauten der letzten Jahre sprengen zunehmend den Rahmen,  der die Linksrheinischen Stadteile so anziehend macht und den Bürgern die Identifikation mit dem Wohnumfeld ermöglicht.

Bereits bei der Feldmühlebebauung und der Planung auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs hat der VVV eine sensiblere Planung gefordert. Mögen Projekte wie der Karlshof auf der Lankerstr. und der Sophienhof auf der Quirimstr. durch ihre historisierenden Fassaden dem unkritische Betrachter noch ihr übertriebenes Bauvolumen verschleiern, sie sind auch dafür verantwortlich, dass sich der Stadtteil in eine kritische Richtung entwickelt.

Neue, alarmierende Bauvorhaben zeigen auf, dass es keine adäquate Vertretung der Interessen der Bürger für die städtebaulichen Interessen gibt.