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Besorgniserregende Entwicklung

Thursday, 02 December 2010 18:02

 

BESORGNISERREGENDE ENTWICKLUNG IM

LINKSRHEINISCHEN DÜSSELDORF

Vor   einiger   Zeit   fanden   Fotografien   des   Oberkasseler
Fotografen   Ulrich   Otte   in   den   Räumen   des   VVV ein
begeistertes   Publikum.   Die   Fotoserie     zeigte   unseren
Stadtteil   mit   all   seinen   Liebenswürdigkeiten:    Lebhafte
Straßenszenen,   buntes   Treiben   in     den   Straßencafes,
liebevoll restaurierte Fassaden.
Wir sehen mit großer Besorgnis, dass dieser  lebens- und
liebenswerte   Stadtteil   ernsthaft   vielfachen   Gefahren
ausgesetzt ist:

Ein   unqualifiziertes   Verkehrskonzept   mit
fragwürdigen   Umbaumaßnahmen   im   Bereich   des
Heerdter Dreiecks,  das zwangsläufig auf Dauer und
nicht   nur   für   die   Zeit   des  Umbaus   spürbar  mehr
Verkehr auf Luegallee, Düsseldorfer Straße, Heerdter
Landstraße, aber auch  in Neben- und Wohnstraßen
lenken wird. Allein die An- und Abfahrt von täglich bis
zu   zweieinhalbtausend   Fahrzeugen   der
Vodafonemitarbeiter  wird die Zufahrtstraßen an die
Grenzen  ihrer  Belastung bringen.  Die Schwächung
des   Heerdter   Dreiecks   durch   den   Wegfall   von
wichtigen   Anbindungsspuren   und   den   Einbau   des
Parkhauses wird diesen Effekt noch verstärken.

Die  Massierung   von  Büro-   und  Gewerbegebäuden
vom   Seestern   über   den   Prinzenpark,   Vodafone-
Campus   bis   Albertussee   im   Westen   und   dem
Belsenpark   im Osten,   verringern   die  Wohnqualität
nachhaltig.   Außerhalb   der   Arbeitszeiten   veröden
diese   Bereiche;   urbanes   Leben   mit   all   seinen
Facetten findet hier nicht statt.

Die schon vor Jahren aufgekommene Gentrifizierung
besonders   in den Bereichen  südlich der  Luegallee
wird   durch   die   zügellosen  Machenschaften   höchst
gewinnorientierter   Immobilienentwickler   verschärft.

Erbengemeinschaften   ohne   Bezug   zum
linksrheinischen   verhökern   zu   Traumpreisen
Gebäude   und   Grundstücke.   Unter   zweifelhafter
Mitwirkung     lokaler   Politiker   werden   Bauvorhaben
genehmigt,   die   in   Ober-   und   Niederkassel   sowie
Lörick bereits entscheidend zur  Entstellung,  und zu
schwindelerregenden Quadratmeterpreisen für Grund
und Boden,  und somit  auch  für Wohnflächen dieser
dörflichen Ortsteile beigetragen haben.
 

Schleichend   entwickeln   sich     diese   Prozesse und sie
werden  von  der  Bevölkerung  kaum wahrgenommen. Auch
eine   gewisse   Bequemlichkeit   oder   die     vermeintliche
räumliche Distanz zu  geplanten  Bauvorhaben  tragen dazu
bei,  dass  Investoren hier  ungestört  wirken können.   Aber
auch   die   mangelhafte   Infomationspolitik   unserer
Verwaltung trägt gewollt oder  ungewollt dazu bei, dass die
Bevölkerung   im Ungewissen   bleibt.  Das war  besonders
eindrücklich   bei   der   „Informationsveranstaltung“   im
Comenius Gymnasium zu erleben.  Eigentlich  wollte man
an diesem Abend mit lustigen Videos und unverständlichen
Zahlen   bei   der   gespannt   lauschenden Bevölkerung um
Verständnis   heischen.  Aber   diese   Rechnung ging zum
Ensetzen der Protagonisten nicht auf. Bohrende Fragen zu
Finanzierung,   fehlendem   Lärmschutz   und offensichtlich
verschlampter   Planungsvorbereitung   wichtiger  Verkehrs-
anbindungen  ließen den Baudezernenten am Schluss der
Veranstaltung fast aus dem Anzug springen.

 
Nein Herr  Bonin,  Frau Blome,  wir   lassen uns von  Ihnen
nicht  hinter  die Fichte    führen.  Wir  verlangen von  Ihnen
frühzeitige  Information und Beteiligung und keine „Friede-
Freude-Eierkuchen“ Veranstaltungen zur Unzeit.

 

Es geht auch anders:

Reden Sie mit uns, mit den Betroffenen, mit den Vereinen.
Machen Sie ernst mit der  Bürgerbeteiligung. Dann können
Sie sicher sein, dass wir hinter Ihnen stehen und mit Ihnen
die notwendigen Projekte und Entwicklungen vertreten.

Vor   ein   paar  Wochen   hat   uns   der   Oberbürgermeister
hoffen lassen und im Zusammenhang mit dem Verkauf des
Rheinbahngeländes an der Hansaallee angekündigt, dass
er   einen   „runden   Tisch“   mit   Anwohnern,   örtlichen
Architekten und Politikern wünscht, die die weitere Nutzung
des   Geländes   „ergebnisoffen“   untersuchen   sollen.   Hier
könnte   das   bewährte  Werkstattverfahren   wieder   belebt
werden. Voraussetzung aber ist, dass die Stadt von ihrem
Vorkaufsrecht   gebrauch  macht,   um  sich   die   Planungs-
hoheit   zu   sichern.   Dann   könnte   z.B.   vorbei   an
zahlungskräftigen   Investoren   das   Grundstück   parzelliert
und mit  einem qualifizierten Bebauungsplan kleinteilig an
Interessenten   veräußert   werden.   Eine   individuelle
Bebauung mit menschlichem Maßstab wird garantiert das
Ergebnis   sein.   Soziale   Einrichtungen   wie     Bürgerhaus,
KiTa   und   Schwimmbad   mit   Sauna   usw.   können   nach
Bedarf von der Stadt vorgegeben werden. Grundstücke für
bezahlbaren Wohnraum für Familien  bereitzustellen gehört
auch zu den vornehmsten Pflichten einer verantwortlichen
Stadtverwaltung. Hier bietet sich   eine hervorragende Ge-
legenheit.   Und   je   mehr   Bewohner   mit   in   die   Planung
einbezogen   werden,   desto   größer   die   Akzeptanz.

Alibiveranstaltungen wie die oben beschriebene gehören
dann endlich  der Vergangenheit an.


Georg Eiker

1. Vorsitzender